Trockenheit, Erdflöhe, Sturm - und was das für unsere Ernte bedeutet

Die Bohnenstangen wurden vom Sturm umgelegt.

Auf dem Foto oben sieht man eine der Auswirkungen des Gewitters mit Sturm und Hagel am 31.7.2026 auf dem Hof Grünzeug in Kirchvers: Die Bohnenstangen liegen zum Teil am Boden. Die kann man wieder aufrichten, deshalb ist es nicht so schlimm. Auch die Schäden am Gemüse - Löcher in den Blättern von der Gelben Bete und vom Kürbis - schwächen die betroffenen Pflanzen, führen aber nicht zu einem völligen Ausfall:

Hagelschaden an der Gelben Bete.Hagelschaden am Kürbis.

 

Immerhin kommt bei so einem Gewitter ein bisschen Feuchtigkeit in den Boden - wenn auch bei Weitem nicht genug! Unser Kohl zum Beispiel, den die Mitarbeiter*innen von Grünzeug aufwendig bewässert haben, ist trotzdem reihenweise eingegangen. Beim Grünkohl und beim Chinakohl, aber auch bei anderen Sorten, stehen uns Ausfälle von bis zu 100% bevor. Der Grund hierfür ist jedoch nicht die fehlende Wasserversorgung, denn damit haben sich alle bei Grünzeug richtig viel Mühe gegeben - sogar am Sonntag wurde bewässert! Die Übeltäter sind Erdflöhe, die das Wetter lieben und sich besonders gern über Kohl hermachen. Bei langanhaltender Hitze und Trockenheit vermehrt sich diese Käferart besonders schnell, und auch aus abgeernteten Rapsbeständen fliegen sie auf unsere Äcker. Sie fressen die Jungpflanzen komplett ab. Hier ist ein befallenes Kohlblatt zu sehen:

Ein Kohlblatt mit Erdfloh-Befall.

Wenn wir Glück haben und es länger kühl bleibt, könnte sich der Kohl noch erholen und wachsen, er wird aber klein bleiben. Was für die Erdflöhe ein Festmahl war, ist für uns - sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Mitglieder - sehr traurig! Super viel Arbeit, aber auch Geld (allein 2000 € für Jungpflanzen!) ist in den Anbau von Kohl geflossen. Im Winter werden wir also mit weniger oder gar keinem Kohl auskommen müssen. 

Andere Kulturen, die gesät werden, haben ebenfalls unter der Hitze gelitten. Die frisch gesäten Möhren sowie Rote und Gelbe Beten sind bei Temperaturen von bis zu 50 Grad auf dem Ackerboden einfach verbrannt. Das Saatgut musste also neu gekauft und die Arbeit wiederholt werden - Arbeit, Zeit und Geld, die sich am Ende im kleineren Anteil niederschlagen, sonst aber unsichtbar bleiben werden. Um einen Eindruck von der Trockenheit zu bekommen, schaut euch unbedingt die Videos unter diesem Bericht an. 

Um mit etwas Schönem zu enden: Für das Lager gibt es trotz der schwierigen Bedingungen Kartoffeln, Möhren, Sellerie, Pastinaken, Petersilienwurzeln, sowie Rote und Gelbe Beten. Außerdem konnte Dinkel geerntet werden, der bald geschält und an Interessierte verteilt wird.